Trafoschaden am BDe82, Frühling 2011

Gleich der Jahresbeginn 2011 sollte uns zu grossen Sorgen verhelfen: Wie üblich sollte der Pendel für einige Stunden zwecks Laden der Batterien eingeschaltet werden. Doch schon nach kurzer Zeit schaltete der Hauptschalter des BDe aus. Eine Nachfrage beim Fahrdienst ergab, dass im Bahnhof Zell eine Ursache für einen kurzen Fahrleitungsausfall vorhanden war. Die Kontrolle auf dem BDe zeigte, dass das Primärstromrelais angesprochen hatte, womit ein Fehler auf dem Fahrzeug vermutet werden musste.
Die nachfolgenden Tage und Wochen waren mit intensivem Studium der Trafotechnik und unzähligen Messungen verbunden, förderten jedoch keine Ungereimtheit zu Tage, auch nicht in der Erfassung des Primärstromes. Ebenfalls wurde eine Ölprobe entnommen um erhöhte Feuchtegehalt des Öls ausschliessen zu können. Da ein Überstrom im Primärbereich der Hochspannung sehr hohe Kosten mit sich ziehen kann entschloss sich der Vorstand, den BDe zur Kontrolle zur SOB nach Samstagern zu geben. Auch hier konnte nichts eindeutiges gefunden werden, worauf ein Einschaltversuch stattfand: Das Primärstromrelais löste erneut aus. Somit blieb nichts anderes übrig, als den Trafo zu demontieren um wenigstens eine visuelle Kontrolle im Innern vornehmen zu können.
Bereits nach Kurzem "Suchen" war die Überschlagsstelle gefunden: Ein Messingblock zwischen dem Einführungsisolator und der Anschlusslitze war nicht mehr zu 100% festgezogen. Weitere Untersuchungen haben folgender Schadenablauf ergeben: Durch schlechten Kontakt konnten sich feine Lichtbogen im Gewinde zwischen Einführungsisolator und Messingblock bilden, was wiederum die Bildung von Plasma (Gasbildung mit elektrischer Ladung) verursachte und so den Überschlag auf Gehäuseteile, welche an das Erdpotenzial angeschlossen sind, ermöglichte. Es wurde so eindrücklich klar, dass nicht nur direkte (metallische) Kontakte, sondern sogar in speziellem Isolieröl (Isolation mehrere 1000V pro mm Distanz) unter unglücklichen Umständen Schäden durch Spannungsüberschläge entstehen können!
Der Trafo wurde im Anschluss zur Firma Gebrüder Meier AG nach Regensdorf zur Revision befördert und vollständig revidiert. Ebenfalls wurde der am Trafo angebaute Stufenwähler (zur Wahl der Fahrmotorenspannung, vergleichbar mit dem Gaspedal beim Auto) revidiert. Anschliessend wurde der Trafo wieder nach Samstagern gebracht, wo ihn die SOB eingebaut und eingehend geprüft hat.
Bei der Revision gab es einige Punkte, welche die Firma Meier keine Garantie geben wollte, dass es wirklich in Ordnung ist. So kann aufgrund der Komplexität des Trafos nicht garantiert werden, dass der Trafo keine Abbrandperlen mehr enthält (welche unter Umständen neue Schäden verursachen können). Wir wollen also Holz berühren und hoffen, dass wir nun die nächsten Jahre Ruhe haben. Ebenfalls war bis zur Revision des Trafos eine leichte Undichtheit zwischen dem Trafokessel und dem Wählergehäuse, welche jedoch trotz gegenteiliger Befürchtungen aufgrund der Materialabnutzung bisher nicht mehr aufgetreten ist.
Aufgrund der seither ausgeführten Einsätze können wir wohl mittlerweile davon ausgehen, dass wir tatsächlich für den nächsten Trafo- Revisionszyklus von 15 bis 20 Jahren von den momentan hohen Kosten von rund CHF 57'000.- profitieren werden können!
An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich für die sehr kompetente Beratung und die professionelle Arbeit der Firma Gebrüder Meier AG bedanken! Ebenfalls geht unser Dank an die Mitarbeiter der SOB in Samstagern!

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c/o Dänu Führer
Feldmühlestrasse 16
6010 Kriens
Email: info@pendelzug-mirage.ch 

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