Hintergründe

Unser Zug gibt in Insiderkreisen nach wie vor viel Diskussionsstoff. Um unsere Beweggründe für das Erhalten eines Nicht- Original- Emmentalers etwas näher zu bringen sei hier eine Seite erfasst.
Also: Unser Zug ist nicht Original- EBT/SMB/VHB, sondern ehemalig SOB. Kurz zur Geschichte, wie es soweit kam:
Im Hinterland, genauer in Hüswil West war vor einigen Jahren ein Original- Zug abgestellt. Der Zug sei zu haben hat eine Tochter eines nahen Eisenbahnfans erfahren, was das Ganze ins Rollen brachte. Bereits 2007 fand eine erste Fahrt unter der Leitung der Ufhusener Martina und Sigi Egli statt, welche rund um den Napf führte.
Bald stellte sich jedoch heraus, dass ziemlich viel Geld in den Zug gesteckt werden müsste um diesen über längere Zeit betriebsfähig zu erhalten.
Durch Zufall ergab sich die Gelegenheit, einen von den Fahrzeugen her gleichwertigen Zug zu guten Konditionen von der Südostbahn zu übernehmen. Sehr rasch konnte man feststellen, dass der SOB-Zug um einiges besser im Zustand sei als der bisherige. Eigentlich schade, denn wirklich Original wird der SOB-Zug im Emmental nie wirklich sein. Doch:
- Den Durchschnittsreisenden, also unsere Gäste welche uns die Erhaltung überhaupt ermöglichen, interessiert seine Herkunft kaum. Die Erinnerungen werden wach und die Reisen werden genossen!
- Der finanzielle Aufwand hältt sich bisher in kleineren Grenzen, so dass die Erhaltung (noch) durch den Verein allein und natürlich durch den Erlös der Fahrten getragen werden kann.
- Der SOB-Zug konnte aus dem Betrieb in den historischen Betrieb gehen.
- Das historisch wertvollere (wenn auch in der Landschaft weniger auffallende) Design war bereits zu grossen Teilen gegeben. So wandelte sich auch die Farbgebung vom letzten Betriebsbild der damaligen RM in Rot mit weisser Schrift in das damalige Erscheinungsbild in Grün und Créme.

Um das Ganze noch etwas anschaulicher darzustellen hier die Vor- und Nachteile der Züge in einer Übersicht:
Zustand Original- EBT- Zug Zustand heutiger ex- SOB- Zug
Die Fahrzeuge wurden nie Asbestsaniert. Für eine nachhaltige Erhaltung wäre eine Sanierung nötig gewesen. Kosten pro Fahrzeug: über CHF 15'000.- Die SOB- Fahrzeuge wurden nachweislich asbestsaniert.
Der Zustand im allgemeinen war "zu Boden gefahren". Die RM erledigte nur noch die nötigsten Arbeiten, um das Fahrzeug betriebssicher zu halten. Dies nagte jedoch stark an einer guten Substanz! Der Unterhalt wurde bis nahezu zuletzt sauber geführt. Zum Einen war nicht ganz klar, wie lange die Fahrzeuge noch eingesetzt werden und zum Anderen bestanden Verkaufsaussichten, was eine Motivation für guten Unterhalt rechtfertigt!
Die Drehgestelle waren dementsprechend abgefahren und hätten einer kostspieligen Revision (5-6 stelliger Bereich!) unterzogen werden müssen. Die Drehgestelle erhielten im Jahre 2006 die letzte Revision. Auch die Bandagen sind nach wie vor weit genügend und würden die Möglichkeit bieten, eine bis zwei Behandlungen auf dem Radsatzdrehbank auszuführen.
Die EBT baute vor Jahren den angeblich nicht mehr benötigten Führerstand 2 aus. Bei den SOB blieben die Führerstände aufgrund der Bedürfnisse stets in voller Nutzbarkeit.
Die Stirntüre 1 wurde zwecks Verminderung der Zugluft für den Lokführer zugeschweisst. Die Stirntüre 1 wurde lediglich zugeklebt (mittels Silikon) und mechanisch verriegelt. Dies konnte mit recht wenig Aufwand rückgängig gemacht werden. Einzig die Übergangsbleche wurden deutlich sichtbar auf die Aussenseite der Türverschalung verlegt.
Der EBT-Zug bestand aus den Original- Fahrzeugen, welche die markant breiten Doppeldrehfalttüren aufwies. Die SOB- Fahrzeuge besitzen die damals üblichen, eher schmalen Doppeldrehtüren. Damit als einziges Fahrzeug der Triebwagen identisch.
Die Führerstandsfenster wurden im Originalzustand belassen. Die Führerstandsfenster wurden auf neue Schiebefenster mit Alurahmen und Klappoberfenster umgebaut und auch Führerseitig ein Rücksehspiegel eingebaut. Beide Punkte wurden im Herbst 2015 rückgebaut.
Die beiden Scherenstromabnehmer wurden durch einen Einholmpantrographen ersetzt. Die beiden Scherenstromabnehmer wurden durch einen Einholmpantrographen ersetzt.
Der Zug besass bis zuletzt eine einfache Zugsicherung ohne Haltauswertung sowie eine Wachsamkeitsschaltung. Es wäre zwar nach wie vor möglich, den Zug so zu betreiben, doch setzt dies jeweils zwei streckenkundige Lokführer und eine Kosten- und Zeitintensive Risikoanalyse voraus. Eine kostspielige Aufrüstung hätte eine weitere, Zeitintensive Zulassung erfordert. Der SOB- Zug konnte mit folgenden Einrichtungen übernommen werden: Zugsicherung Integra mit Warnungs- und Haltauswertung, Zugbeeinflussung ZUB121, Eurobalisen- Modul ETM S21-M sowie moderne Geschwindigkeitsmess- und Aufzeichnungsanlage METRA. Damit kann unser Zug Einmännig bedient werden, was sowohl die Personalplanung wie auch den Personaleinsatz und die Ausbildung vereinfacht bei gleichzeitig höherer Sicherheit!

Der VPM hofft nun, mit dieser Aufstellung die Verhältnisse und die Beweggründe etwas nachvollziehbar zu machen. Auch wenn es sich nicht um einen Original- Emmentaler Triebwagen (und Zug) handelt, so hoffen wir doch, dass er sich einbürgern lassen kann. Danke für das Verständnis der Eingefleischten. Auch seitens Südostbahn, dass "Ihr" Triebwagen nun kein Südöstler mehr ist.

Als einziges Fahrzeug der Original- EBT hat der ABt 301 bei un bisher überlebt und dient als Materiallager. Falls es uns irgendwann mal langweilig werden sollte UND jemand im Lotto gewinnt ist die Komplettrevision und Wiederinbetriebnahme dieses Fahrzeugs ganz sicher hohe Priorität (nebst einer Einstellhalle). Doch leider mangelt es nach wie vor bei beiden Punkten...

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